Lokalsport

Sportfreunde gewinnen gegen Ligafavouriten

von Alexander am Samstag, den 18. Oktober 2008

Was für ein Stadion! Über 80.000 Plätze bei Bundesligaspielen, Europas größte Stehplatztribüne, Tribünendächer die 3000 Tonnen wiegen und von Pylonen gehalten werden, die 62 Meter hoch sind. Der Signal Iduna Park in Dortmund, vormals als Westfalenstadion bekannt, Spielstätte der Borussia.

Die Sportfreunde Lotte spielten aber gegen die Reserve von Borussia Dortmund nicht in diesem Stadion. Leider. Doch direkt daneben, in der alten und denkmalgeschützten Kampfbahn Rote Erde. Nicht einmal einen Steinwurf davon entfernt, trohnt Deutschlands größtes Stadion und bot eine unvergleichliche Kulisse, denjenigen, die von der Gegengerade aus zuschauten. Aber auch dem größten Teil der nur 311 Zuschauer auf der Haupttribüne bot sich ein herrlicher Blick auf die alten, laubbedeckten Steinstufen des weitläufigen Stadions, auf die herbstlichen Bäume und den Dortmunder Fernsehturm “Florian” in der Ferne.

Im Vorfeld schien das Papier klare Worte zu sprechen. Sportfreunde und Borussia jeweils an zweiter Stelle. Die unseren von unten, die Ruhrgebietler von oben. Für Theo Schneider, Trainer der Gelb-Schwarzen war seine Mannschaft ohnehin der klare Favourit. Und auf Lotter Seite gab es widerrum neue alte Verletzte. Denn jüngst hatte sich der gerade genesene Francis Bugri sein Innenband im Knie gerissen. Umso ärgerlicher, da der BVB als sein Verein aus vergangenen Tagen gut gedient hätte, zum ärgern lassen, vom kleinen Verein aus dem westfälischen Randgebiet. Thomas Piorunek laborierte ebenso erneut an seiner Muskelverletzung.

Und dennoch sahen die Zuschauer sofort ein Spiel, bei dem die Verhältnisse nicht mehr so klar schienen. Die Sportfreunde spielten gut, sicher und auf gleicher Höhe mit den Borussen. Den gelang zwar der Zug zum Tor etwas besser, doch die funktionierende Abwehr der Lotter und die oftmals schlechten Schüsse der Gastgeber vereitelten alle Torchancen. So fiel bis zur Halbzeit kein Tor, jedoch ein Lotter Spieler. Stefan Leimbrink stieß Anfang der 40. Minute mit seinem Gegenspieler so unglücklich zusammen, dass er am Boden liegen blieb und für kurze Zeit das Bewusstsein verlor. Ein anwesendes Rettungsteam trug ihn vom Platz und brachte ihn ins Krankenhaus - Schädel-Hirn-Trauma (oder: Gehirnerschütterung). Für ihn kam Sven Hozjak.

“Die Pause hat uns nicht gut getan” resümierte der Dortmunder Trainer auf der Pressekonferenz und bezog sich damit auf die spielerstarkten Sportfreunde, die in der 64. Minute in Führung gingen. Nach einer genialen Flanke Böwing-Schmalenbrocks von rechts Außen auf Bodennähe, flog Florian Dondorf heran und versenkte mit seinem denkenden Körperteil in die lange, rechte Ecke. Keine Chance für den Torwart Lukas Kruse. Nur 10 Minuten später erhöhte Florian Dondorf zum 2:0 für die Gäste.

Doch noch war alles offen, denn ein unglückliches Foul von Marcel Langenstroer wenige Minuten später ließ die Schiedsrichterin Gelb-Rot zeigen. Aber auch in Unterzahl hielt die Abwehr der Sportfreunde stand und zur Überraschung aller waren sogar gute Torchancen im Spiel. Die laufstarken Dortmunder, die in der ersten Halbzeit starke Präsenz durch ihre Schnelligkeit im Angriff und der Verteidigung zeigten, konnten eine Niederlage nicht mehr verhindern.

So bejubelten die wenigen mitgereisten Lotteraner (circa 25 Leute) den zweiten, verdienten Saisonsieg und sahen eine Mannschaft, die zwar noch nicht ihre volle Leistungsfähigkeit zeigte, aber um Meilen besser war, als diese, die sich in der Vorbereitung und am Saisonanfang präsentierte. Kurzzeitig ist man sogar weg von einem Abstiegsplatz, steht mit 8 Punkten vor den Verfolgern aus Cloppenburg und Mainz auf Rang 15. Da beide aber nur einen Punkt Rückstand haben und morgen spielen, ist es nur eine kurze Momentaufnahme.


(Heiko Herrlich auf der Tribüne, zweiter von rechts)


(Vergleich: alt gegen neu)


(hier geht es auch hoch hinaus)

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